EAWS-Verfahren

EAWS (Ergonomic Assessment Worksheet) wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt (IAD) und dem Internationalen MTM-Direktorat (IMD) entwickelt und in europäischen Betrieben der Automobilindustrie, der Automobilzulieferindustrie, des Maschinenbaus und der Elektroindustrie getestet (Schaub,K.G.; Caragnano, G.; Bernd Britzke,B; Bruder, R. The European AssemblyWorksheet. Theoretical Issues in Ergonomics Science. Volume 14, Number 6, 2013, pp. 616-639). Die Ergebnisse der Bewertungen mit dem Verfahren wurden im Rahmen von arbeitswissenschaftlichen und arbeitsmedizinischen Expertenratings unter Einbeziehung der Werker und Werkerinnen bzw. ihrer Vertreter an mehreren hundert Arbeitsstationen evaluiert.

Das Verfahren gestattet die Bewertung von Arbeitsvorgängen in einem frühen Designstadium und trägt damit den Forderungen des Arbeitsschutzgesetzes und der EU-Maschinenrichtlinie (z.B. EN 614, EN 1005) Rechnung. EAWS kann zur überblickhaften Gefährdungsbewertung (im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes) angewandt werden. EAWS ermöglicht im Rahmen eines Screenings die Analyse körperlicher Belastungen auf der Basis einer Papier- und Bleistiftmethode und beruht auf den Erfahrungen, die im Rahmen eines über 10-jährigen Entwicklungsprozesses gesammelt worden. Diese Verfahren haben sich in mehrjähriger industrieller Praxis bewährt und zu einer substantiellen Verbesserung bestehender Arbeitssituationen beigetragen. Sie garantieren Rechtskonformität bezüglich relevanter EU-Richtlinien (89/391/EWG, 90/269/EWG, 98/37/EG, 2006/42) hinsichtlich körperlicher Belastungen.

Inhaltlich deckt das Verfahren die vier Bereiche Körperhaltung, Aktionskräfte, Lastenhandhabung und die Belastung der oberen Extremitäten bei repetitiven und kurzzyklischen Tätigkeiten ab.

Mit dem Verfahren EAWS liegt ein Werkzeug zur Gestaltungsüberprüfung und -optimierung der körperlichen Belastungen vor. Es handelt es sich hierbei um ein Bewertungswerkzeug mit Screening-Charakter, welches sowohl eine klassische arbeitswissenschaftliche Engpassbetrachtung, aber auch eine summarische Bewertung der Risiken von körperlichen Belastungen ermöglicht.

Als Risiko-Bewertungsverfahren ist EAWS einzigartig bei der kombinierten Betrachtung aller körperlichen Belastungsarten.