Mediation

Mit der Einführung des Tarifvertrages über das Entgeld-Rahmenabkommen (ERA-TV) ergibt sich implizit die Notwendigkeit, den Gestaltungs- und Prozesszustand bestehender oder in Planung befindlicher Arbeitssysteme bezüglich der physischen Belastung zu untersuchen und zu bewerten. Damit stellt sich die Frage nach einem weniger aufwändigen Vorgehen zur arbeitswissenschaftlichen Analyse, Dokumentation und Bewertung der Belastungen am Arbeitplatz. Die flächendeckende Umsetzung und die Anzahl der zu bewertenden Arbeitsplätze verschärft das Problem zusätzlich.

ERA-TV regelt für die Tarifparteien, wie arbeitsbedingte Belastungen von Beschäftigten monetär bewertet werden sollen. Da die vertraglichen Formulierungen jedoch einen sehr abstrakten Charakter aufweisen, stellt eine direkte Umsetzung von Arbeitsbelastungen in Gehaltsbestandteile ein erhebliches Konfliktpotential dar.

Somit ist eine Anforderung an die Arbeitswissenschaft nach praktikablen, ökonomischen und konsensfähigen Bewertungsverfahren von Arbeitsbedingungen entstanden. Es gilt,  praxisrelevante Kriterien wie funktionale Neutralität und Akzeptanz zu berücksichtigen, da die Verfahren bei einer Vielzahl von Unternehmen und Arbeitsplätzen mit unterschiedlichen Strukturen und Größen eingesetzt werden sollen.

Ergonomer verwendet im Rahmen von Mediationen Verfahren zur Risikobeurteilung körperlicher Belastungen vom Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD). Zielsetzung der Mediation ist es, die abstrakte, am Verhandlungstisch entstandene Vereinbarung explizit aufzubereiten und unter Beteiligung aller Parteien ein überschaubares und zuverlässiges Vorgehen nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu etablieren.

Ergebnisse der Mediation (Auszug):

  • Schwachstellen erkennen
  • Hohe Problemsensibilität
  • Schwerpunktbereiche identifizieren
  • Diskussionsgrundlage im Sicherheits- oder Gesundheitszirkel
  • Maßnahmen des Arbeitsschutzes ableiten
  • Ansatzpunkte für Abbau von Fehlbeanspruchungsfolgen